Stefan-Problem, Fachkräftemangel, Generation Z - Familienunternehmen: wacht auf!

Familienunternehmen als Bremsklotz der deutschen Wirtschaft hinsichtlich Diversität

Die Allbright-Stiftung legt wieder den Finger in die Wunde - Stillstand bei Familienunternehmen: Der Wandel in Richtung mehr Diversität bei den großen deutschen Unternehmen, mühsam getrieben durch gesetzliche Quoten, hat die Familienunternehmen nicht erreicht. Böse Zungen könnten behaupten, das sei auch kein Wunder - sind einige Familienunternehmen doch bisher von jeglicher Quotenregelung unberührt. Das Wir-Magazin hat dazu einen sehr lesenswerten Artikel verfasst, der im Stefan-Problem mündet:

In den Familienunternehmen sind mehr Stefans an der Macht, als Frauen insgesamt.

Und da offenbar in Familienunternehmen Führungswechsel langsam, weil in Generationen erfolgen, kann eigentlich niemand einen freiwilligen Wandel in Richtung Vielfalt in der Führung erwarten.

Doch: Menschen arbeiten gerne in Familienunternehmen

Gleichzeitig bescheinigt eine relativ aktuelle Studie von PwC, dass Familienunternehmen insgesamt beim Thema Employer Branding, z.B. in Beliebtheit und Image als Arbeitgeber, ungebremst positiv abschneiden. Der Arbeitsplatz in Familienunternehmen ist also gern gesehen.

Alles also nicht so schlimm?

Liebe Familienunternehmen, ihr seid wichtig.

Ihr gebt Menschen Arbeit, ihr engagiert euch für eure Gemeinden, ihr bildet aus, ihr stellt Produkte und Dienstleistungen her, die in der ganzen Welt nachgefragt werden, ihr seid bekannt für Qualität und Verlässlichkeit.

Doch die Welt verändert sich: Innovationen und Fachkräfte fehlen

Der deutsche Mittelstand ist das Sorgenkind, was Innovationen angeht. 

Ich möchte den Unternehmen zurufen: Bitte, wacht auf! Folgende Punkte betreffen euch direkt, und die Liste ist sicher nicht abschließend. Zeit, zu handeln.

1. Bei der Generation Z habt ihr einen schweren Stand

Die besagte PwC-Umfrage zeigt auch: Menschen von 18-29 schätzen das Angebot und das Image von Familienunternehmen deutlich schlechter ein. Womöglich wissen sie zu wenig um eure Qualitäten, womöglich sind ihre Erwartungen aber auch höher. Erwartungen an Nachhaltigkeit, Wertschätzung, Arbeitsbedingungen. Und das ist gefährlich, denn ihr seid auf diese Generation angewiesen, nicht nur als Konsument*innen, sondern auch als Talente!

2. Fachkräftemangel und War for Talents: Die Bewerber haben die Macht

Die meisten von euch werden es schon bemerkt haben: jahrelang wurde vor dem Fachkräftemangel gewarnt, nun ist er da. Auf einmal bekommt ihr weniger Bewerbungen auf eure Job-Anzeigen, ihr findet, sie sind nicht qualifiziert genug. Ihr bekommt eure Stellen nicht mehr so leicht besetzt.

Was tun? Fragt Euch, was die Menschen brauchen, die bei Euch arbeiten sollen. Brauchen sie Flexibilität bei Arbeitszeiten und -orten? Kinderbetreuung? Bezahlbaren Wohnraum? Seid ihr gut erreichbar? Bezahlt ihr fair? Geht ihr sorgsam mit den Ressourcen unseres Planeten um? Habt ihr eine wertschätzende Unternehmenskultur? Das sind einige der Themen, die Kandidat*innen - egal welchen Alters - mehr und mehr interessieren.

3. "Nicht die Stärksten überleben, sondern die, die sich anpassen können" - Unternehmen mit diverser Führungsriege haben höhere Umsätze bei innovativen Produkten.

Charles Darwin ist immer noch aktuell:

69% der 1970 an der Börse gelisteten Unternehmen existieren heute nicht mehr.

Ihr braucht Innovation. Und innovativ werdet ihr, wenn eure Mitarbeitenden innovativ sind. 

Höchste Zeit, das Stefan-Problem anzugehen.

Zum Beispiel könnt ihr durch wertschätzendes anonymes Recruiting direkt für mehr Sichtbarkeit eurer Marke, Vielfalt für eure Workforce und den Abbau von Diskriminierung sorgen. Wir helfen gern!


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